Eataly München – Hotspot mit Verbesserungspotential

Eataly MünchenEataly München wurde Ende November in der Schrannenhalle eröffnet. Die früheren Konzepte in dieser Location am Viktualienmarkt waren wenig erfolgreich. Doch die italienische Einzelhandelskette hat das Zeug dazu, zu einem Hotspot der bayerischen Landeshauptstadt zu werden.

Erlebnisshopping mit Italo-Flair in der Schrannenhalle

München nennt man auch die nördlichste Stadt Italiens und viele Einheimische lieben alles, was mit Italien zu tun hat. Deshalb gibt es inzwischen in allen Stadtteilen kleine italienische Lebensmittelgeschäfte, die zusätzlich warme Gerichte anbieten.

Eataly München ist von der Idee her ähnlich, aber das Ganze professioneller und im großen Stil. Ziel des Gründers Oscar Farinetti ist es, seinen Kunden ein kulinarisches Lebensgefühl zu vermitteln. So kann man bei Eataly München einkaufen, kochen und essen – kurz gesagt, Italien genießen.

Wer die Schrannenhalle betritt, gelangt zunächst in den sogenannten Marktbereich. Hier findet man neben Feinkostartikeln, Kosmetik, frischem Obst, Gemüse, Backwaren, Fleisch, Fisch und Wurstwaren auch italienische Fahrräder, Haushaltswaren und Bücher. Außerdem sind dort mehrere Restaurants, eine Caffé– sowie eine Nutella-Bar. Im Untergeschoß gibt es feine italienische Schokolade, eine große Weinauswahl und die Eataly Kochschule.

 

Eataly München

Meine persönliche Meinung zu Eataly München

Nachdem ich Eataly aus New York und Italien kenne und selbst Italienfan bin, war ich natürlich bereits in der Schrannenhalle.

Shopdesign und Atmosphäre gefallen mir sehr gut. Es gibt spezielle italienische Lebensmittel, die man anderswo in München nicht kaufen kann. Die Theken mit Frischwaren sind ansprechend gestaltet, aber für meinen Geschmack etwas zu klein gehalten. Das mag vielleicht daran liegen, dass der Viktualienmarkt in unmittelbarer Nähe ist. Die Idee, den Mitarbeitern beim Backen und der Zubereitung der Speisen zuschauen zu können, finde ich toll. Aber in München wurde dieser Bereich ziemlich zurückhaltend und leicht übersehbar umgesetzt.

Zugegeben – die Preise für die Waren im Mercato-Bereich sind relativ hoch. Das ist aber in Ordnung. Zu Eataly geht man schließlich nicht, um seine Grundversorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen, sondern um italienischen Lifestyle zu genießen.

In den Restaurants sind die Preise moderat. Es gibt verschiedene Themen, wie Pizza & Pasta, Fleisch, Gemüse oder Fisch. Wie man hört, kritisieren einige Münchner, dass man sich zu zweit oder als Gruppe entscheiden muss, was man isst. Man bekommt nämlich zum Beispiel im Pizza & Pasta-Bereich keinen Fisch oder ein Fleischgericht. Ich selbst finde das ok. Das ist das Konzept von Eataly und wer sich nicht einigen kann, muss ja dort nicht essen.

 

Eataly München

Mich hingegen stört, dass man am Tisch nach dem Essen keinen Espresso serviert bekommt. Stattdessen soll man ihn an der Caffé-Bar am anderen Ende der Halle zu sich nehmen. Das ist ein ungemütlicher Abschluss. Außerdem erweckt es den Eindruck, als sei das so, weil man seinen Tisch möglichst schnell für andere wartende Gäste räumen soll.

Pizza und Pasta habe ich bei Eataly München probiert. Die Pasta mit Brokkoli und Salsiccia war leider kaum gewürzt und hat fade geschmeckt. Die Pizza war am Boden so matschig, dass wir sie nur halb gegessen haben. Daraufhin meinte eine freundliche Dame vom Service, neapolitanische Pizza müsste so sein. Naja – ich war selbst schon in Neapel, dem Mekka der Pizza, und matschig hat da nichts geschmeckt.
Was die Authentizität von Eataly betrifft, erwarte ich dort eigentlich italienische Gerichte, die besser sind als in den meisten anderen Restaurants in München.

Die Idee mit der Kochschule ist toll. Ich werde sicher bald mal an einem der Kurse teilnehmen und darüber berichten. Den etwas stiefmütterlichen Standort der Kochschule im Untergeschoß finde ich weniger gut. Sie sollte besser gut sichtbar im Erdgeschoß platziert sein.

 

Eataly München Kochschule

Das klingt alles nach viel Kritik, aber man sollte berücksichtigen, dass dies der erste Standort in Deutschland ist und Eataly erst Erfahrungen sammeln muss. Zudem hängt das Ganze nicht nur vom Konzept, sondern auch von der Umsetzung und Motivation des lokalen Personals ab.

Nachdem Eataly weltweit so erfolgreich ist, wird das sicher auch in München klappen und die Schrannenhalle ein echter Gewinn für die Stadt sein.

 

Eataly München, Viktualienmarkt 15, 80331 München, info.muenchen@eataly.de

Öffnungszeiten:
Restaurants: täglich von 11.30 Uhr – 16.00 Uhr und 18.00 Uhr bis 22.30 Uhr
Cafés: täglich von 7.30 Uhr – 23.00 Uhr
Markt: Montag – Samstag 9.30 Uhr – 20.00 Uhr

 

Bildrechte: © 2015, haschkamp marketing

  4 Replies to “Eataly München – Hotspot mit Verbesserungspotential”

  1. reinhart stamm
    22. August 2016 at 16:18

    der gute eindruck im bereich untergeschoss wird durch die unmöglichen zustände in den toilettenanlagen (zugangstüren sind bemanent offen) lüftung defekt , schmutzig und keine papierhandtücher , sehr getrübt.
    ausserdem sind aschenbecher für die raucher vor den einganstüren notwendig.
    der bereich weinausschank ist zu empfehlen.

    • Lifestyle München
      14. September 2016 at 08:12

      Das mit den Toiletten ist mir auch aufgefallen. Da sollte dringend etwas getan werden, denn das steht in einem krassen Kontrast zum sonst so schönen Ambiente.

  2. Clare Grube
    13. September 2016 at 23:14

    Hier wird der Kunde verarscht! Punkt 1: Unbedingt vorher die Preise FOTOGRAFIEREN! Wir haben heute eine Pastasouce aus dem Regal für 3,90€ geholt. An der Kasse waren es auf einmal 5,20€! Mit der Bitte um Klärung wurde eine Kollegin zum Regal geschickt. Sie mußte zwei mal laufen. Dann wurde erklärt, es täte ihnen leid aber der Preis an der Kasse wäre der richtige. Punkt 2: Und siehe da auf einmal waren frisch ausgedruckte Etiketten am Regal! Punkt 3: Die Mitarbeiterinnen unterhielten sich auf italiensch in der Annahme, wir Deutschen würden sie nicht verstehen. Dabei sagten sie, diese alten Preise hätten Sie schon letzte Woche am Regal ändern sollen! Punkt 4: Die Focaccia mit Oliven lag beim Brotstand in einem Angebotskorb mit dem Preisschild 1,50€ pro Stück. Auf der Rückseite der Brötchentüte mit die Focaccia war der Preisangabe 2,50€ pro Stück versehen. Unnötig zu sagen, dass am Brotstand selber auch nur 1,50€ pro Stück ausgeschildert war.

    • Lifestyle München
      14. September 2016 at 08:08

      Das ist tatsächlich ärgerlich. Ähnliches ist mir dort noch nicht aufgefallen. Bei dieser weltweit erfolgreichen Feinkostkette steckt aber bestimmt kein Konzept dahinter, sondern es sind eher Mitarbeiterfehler, die immer mal passieren können.

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